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Das Mobbing-Tagebuch
Mobbing-Tagebuch
Das Führen eines Mobbing Tagebuchs ist für jedes Mobbingopfer eine Erinnerungsstütze und ein Beweisinstrument für Mobbing Vorfälle.

Bei jedem Mobbingvorfall liegt die Beweislast beim Mobbingopfer. Es erweist sich häufig als schwierig, sich an bestimmte Situationen im Detail zurück zu erinnern, wenn man sie nicht genau dokumentiert hat.

Auch ist es wichtig, sich zu merken, ob Kolleginnen und Kollegen bei dem Vorfall in der Nähe waren und vielleicht später als Zeugen benannt werden können.

In einem Mobbing–Tagebuch werden alle Vorfälle, die das Verhalten des Umfeldes betreffen, (dies gilt nicht nur für das Arbeitsumfeld sondern auch z.B. für das Umfeld in der Schule, im Sportverein usw.) schriftlich festgehalten. Sollte es irgendwann nötig werden, gerichtlich gegen den Mobber vorzugehen, kann das Tagebuch einen entscheidenden Vorteil in einem Prozess bringen.
Mobbing ist per Definition nicht eine einzelne Handlung, sondern eine Vielzahl von Vorfällen. Umso wichtiger ist es alle Situationen genau aufzuschreiben.

Das Mobbing Tagebuch hilft dem Betroffenen, den Überblick über seine Situation zu behalten und bei Gesprächen über das Mobbing gut und ausführlich zu argumentieren. Es hilft ihm, seine Reaktion in Mobbingsituationen reflektieren zu können, es gibt ihm die Möglichkeiten in Folge Situationen mehr Selbstbewusstsein zu zeigen und die eigene Passivität zu überwinden. Ein sicheres Auftreten des Mobbingopfers kann zum Ende des Mobbings führen.

Allein die Vorlage eines Mobbing Tagebuchs reicht in Gerichtsprozessen zwar nicht als „Beweis des Mobbings“ aus. Jedoch hilft das Mobbing-Tagebuch dem Betroffenen seine Aussage zu belegen und zu untermauern.

Was sollte in Eurem Mobbing-Tagebuch dokumentiert werden?

  • Zeitpunkt des Eintrags:
    Datum/ genaue Uhrzeit


  • Zeit und Ort der Handlung:
    Datum/ genaue Uhrzeit. Wichtig ist, dass ihr Zeiten eurer Abwesenheit und des Mobbers und ihre Gründe ebenfalls zu notieren (z.B. Urlaub, Krankheit, Dienstreisen), damit Lücken im Mobbinggeschehen nachvollziehbar sind.

  • Art der Handlung
    Beschreibt den Vorfall sehr detailliert, was wurde getan, gesagt usw.

  • Beteiligte (Namen und Funktion)
    Wer hat die Mobbinghandlung durchgeführt?

  • Beschreibung der Ausgangssituation
    Beschreibt genaue wie sich die Situation zugetragen hat (hier bitte nichts auslassen aber auch nicht übertreiben.

  • Beschreibung des Verlaufs
    Was ist wie, wo und durch wen gesagt und/oder getan worden?

  • Eure eigene Reaktion
    Wie habe ich mich in der Situation verhalten, was habe ich gesagt, was habe ich getan?

  • Zeugen/ mögliche Beweise für den Vorfall
    Hier solltet Ihr jeden namentlich benennen, der in der Situation dabei war, aber auch Personen, die sich nur in der Nähe befanden

  • Welche persönlichen Empfindungen hatte ihr? Welche persönlichen Auswirkungen hatte die Situation auf Euch?
    Wie habe ich mich in der Situation gefühlt? Was hat die Situation mit mir gemacht? Hat sich die Situation körperlich und/oder psychisch Ausgewirkt?

Wichtig ist, das Mobbing-Tagebuch in regelmäßigen Abständen auch anderen Personen zu zeigen, z.B. dem Betriebsrat in Eurem Unternehmen und Euch von ihm die Einträge mit Datum und Unterschrift bestätigen zu lassen. So könnt Ihr nachweisen, dass die Einträge tatsächlich über einen längeren Zeitraum, also während eines längeren Mobbing Geschehens entstanden sind und nicht nachträglich erstellt wurden.

Euer Stark im Alltag Team

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